BRIEFE / SCHMUTZIGES GESCHIRR UND MUTTER TERESA

Briefe    ,  ·  18.Okt 2016  ·  0 kommentar  ·  von Tecla, Como

Mit Erasmo und Vero beim Meeting von Rimini im Ristorante Bergamasco die Teller zu spülen, hat nicht nur dazu geführt, dass ich die beiden besser kennenlernte. Ich habe auch entdeckt, dass die langweiligste Arbeit schön sein kann. Das habe ich Mutter Teresa zu verdanken. Weil ich ein Video gesehen habe, in dem sie sagt: „Es geht nicht darum, wie viel wir machen, sondern mit wie viel Liebe wir es machen. Menschlich gesehen, mag das wenig scheinen. Aber wenn wir das, was wir tun, Gott anvertrauen, dann wird, da Gott unendlich ist, unser kleines Tun zu etwas Unendlichem. Wir müssen unsere Heiligkeit in der Arbeit finden, die Gott uns anvertraut hat, indem er uns eine besondere Gabe verliehen hat. Ja, Er hat jedem von uns eine ganz spezielle Gabe verliehen. Vielleicht habe ich nur Kartoffeln zu schälen. Aber ich sollte mich bemühen, sie schön zu schälen. Das ist meine Liebe zu Gott im Tun.“ Ich muss vielleicht nur Geschirr spülen – wie in diesen Tagen beim Meeting. Aber das Entscheidende ist, wie ich es tue und für wen. Dadurch wird man aufmerksamer für alles. So habe ich bei jedem Teller, der noch schmutzig war, nicht so getan, als sähe ich es nicht, sondern ihn nochmals gespült. Denn ich dachte: „Meine Freunde sollen von diesem Teller essen. Wie kann ich ihn dreckig lassen?“ Wenn ich an sie dachte, war ich zufriedener und die Arbeit ging mir leichter von der Hand. Nicht, weil sie weniger mühsam gewesen wäre –  ich hatte durchaus Lust, mich auszuruhen –, sondern weil sie schöner war. So haben wir auch gesungen, Leute begrüßt und waren einfach aufmerksamer für alles. Immer, wenn jemand in die Küche kam mit einem Berg Geschirr, hatte ich das Bedürfnis, ihm entgegenzugehen und zu sagen: „Lass mal, ich mach das schon, geh du ruhig.“ Diese Erfahrung würde ich gerne jeden Tag machen. Sich ans Werk zu machen und dabei jemanden vor Augen zu haben, das wünsche ich mir auch in meiner Arbeit, einfach bei allem, was ich tue. Und ich möchte immer mehr verstehen, was meine besondere Gabe ist und welche Bedeutung das hat.

von Tecla, Como

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