Die destruktive Politik Trumps – trotzdem eine Chance?

Aktuelles    ,  ·  6.Mrz 2017  ·  0 kommentar  ·  von Martin Groos
Kapitol, Washington - © Martin Groos

REDISCOVERING OUR ROOTS, MOVING FORWARD AS ONE (tracesonline.org)

Ich bin meiner Reise nach Washington in den letzten Tagen des Februars auf ein tief gespaltenes Land gestoßen, innerlich verfeindet. Man begegnet einander vielfach mit vollständigem Unverständnis, sogar Hass. Der jeweils andere ist für viele nur böse. Trump lebt davon und schürt die Spaltung nach Kräften. Sein Berater Steve Bannon umso mehr. Bannon sorgt zudem nach eigener Aussage als wichtigster Berater des Präsidenten dafür, dass nichts, das an Trump herangetragen wird (Argumente, Begegnungen, Fakten) ihn von Bannons Linie abbringen kann. So hat er seine Rolle bei einem Kongress der Conservative Political Action Conference dargestellt. Er sieht für sich die selbst gestellte Aufgabe, gegen alle Fakten, Begegnungen und Argumente Kurs zu halten.

Seine Linie ist die vollständige Dekonstruktion dessen, was er heute als Verwaltungsstaat sieht. Hauptsache erst einmal alles einreißen, damit man dann in Ruhe ganz neu aufbauen kann. Sein zweites Mantra: Die Welt befindet sich in einem nie gesehenen, radikalen Krieg des Islam gegen die christlich-jüdische Kultur. Das Volk der USA befindet sich zudem im Krieg gegen diejenigen, die ihm das Land, die Wirtschaft, das Wohlergehen stehlen. Die Volksfeinde sind die international orientierten Eliten. Dazu gehören multinationale Firmen genauso wie die angeblich fake news verbreitende „Lügenpresse“ (insbesondere CNN, New York Times und Washington Post). Der Respekt für die Verfassung ist bei der aktuellen Mannschaft im Weißen Haus an einem (wahrscheinlich vorläufigen) Tiefpunkt angelangt.

Kapitol, Washington - © Martin Groos

Kapitol, Washington – © Martin Groos

Auf der anderen Seite bewegen sich die liberalen Eliten, die bisher das Land mit Hilfe von moralischen Redeverboten anderer Art zum Schweigen gebracht haben: Political Correctness. Das hat dazu geführt, dass es viel zu wenig zu einer Auseinandersetzung über die Gründe gekommen ist. Im Zweifel wurden die Gegner mit moralischen Keulen zum Schweigen gebracht. Das rächt sich jetzt: Man hat das Denken und das Argumentieren offenbar sehr stark verlernt. Auch diese Eliten argumentieren viel zu wenig und versuchen stattdessen Bannsprüche ihre Wirkung entfalten zu lassen. Das funktioniert aber nicht mehr. Die anderen (die mit dem sogenannten gesunden Menschenverstand des einfachen Volkes argumentieren, zu dem sie aber als Milliardäre sicher nicht gehören) reagieren darauf mit Verächtlichmachung, persönlicher Bedrohung, Ausgrenzung, Einschüchterung, etc. Und ihrerseits mit wirklichen fake news.

In dieser kritischen und scheinbar ausweglosen Lage ist das Urteil, das in dem Artikel aus Traces zum Ausdruck kommt, ein in der gegenwärtigen Debatte seltener Lichtblick.

von Martin Groos

Wichtige Beiträge