WEIHNACHTSSTÄNDE 2013

CL    ,  ·  9.Jan 2014  ·  0 kommentar  ·  von Maria Groos
Benefizkonzert in Garching

Als ich von der Sammelaktion für AVSI in der Kölner Fußgängerzone hörte, war ich ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Das Ganze schien mir doch ein wenig sehr improvisiert. Trotzdem beschloss ich hinzugehen, schon aus Neugier. Anfangs stand ich dann auch etwas befangen herum, versuchte Leute anzusprechen, aber gleichsam aus der Defensive heraus. Ich fühlte mich wie ein Störfaktor im vorweihnachtlichen Trubel. Doch irgendwann war ich selbst ganz ergriffen von der Schönheit der Lieder, die Michele sang, und der Freiheit, mit der er sie vortrug. Da wurde mir bewusst, dass dieser Moment in erster Linie ein Geschenk für mich war. Plötzlich ging es nicht mehr darum, wie viele andere Gruppen in der Fußgängerzone vor Weihnachten Geld zu sammeln, sondern den Leuten diese Schönheit mitzuteilen. Nach einer Weile mussten wir für eine halbe Stunde pausieren (Vorgabe der Stadt Köln). Erstaunlicherweise gab es einige Passanten, die auch in dieser Zeit nicht weggegangen sind, trotz Eiseskälte und vorweihnachtlichem Einkaufsstress. Ihre Gesichter haben mich auch in den folgenden Tagen begleitet. Ich fragte mich: Was haben diese Menschen gesehen? Und damit auch wieder: Was habe ich selbst gesehen? Wer bin ich?

Katharina, Köln

 Das Interessanteste während der Stunde, in der wir gesungen haben, war für mich, dass mir immer klarer wurde, warum wir eigentlich dort waren. Zunächst hatte ich mir Sorgen gemacht, wie die Passanten wohl reagieren würden. Aber dann wurde mir nach und nach bewusst, dass vor allem ich dieser Geste bedurfte, die so einfach den Ursprung unserer Geschichte zum Ausdruck brachte. Der Wunsch, durch die Lieder, die ich sang, die Passanten zum Spenden zu animieren, verwandelte sich immer mehr in die Sehnsucht, ihnen von meiner Erfahrung zu erzählen. Das war mir schließlich wichtiger als das Geld, das zusammenkam.

Michele, Köln

 Ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich bei unserem Singen auf dem Odeonsplatz mitgemacht habe. Durch den Gesang und die Flugblätter von Support International, die wir verteilt haben, konnte ich den Menschen mitteilen, wer ich bin und wie ich leben möchte. Von der Schönheit und Liebe, die in den Liedern des Alpinichors zum Ausdruck kam, haben sich auch viele Passanten berühren lassen. Ein junger Mann mit einem Rennrad blieb länger stehen, ältere Menschen und junge Paare hörten uns zu. Eine Familie kam, nachdem sie sich ihr Abendessen geholt hatte, noch einmal zurück. Und einer hat sogar seine E-Mail-Adresse dagelassen, weil er auch bei den Alpini mitsingen will! Am Schluss waren wir alle fast „geschockt“ von der Schönheit und Freude, die wir an diesem Abend erfahren durften.

Francesca, München

Am Freitag vor dem zweiten Advent erzählte mir Rita, dass sie vorhabe, ein Benefizessen zu machen. Auch wir hatten schon überlegt, ein Adventssingen zu veranstalten. So entstand schnell der Gedanke, alles zu verbinden zu einem Mittagessen mit anschließendem Adventssingen am dritten Adventssonntag. Auch Monika erklärte sich bereit mitzuhelfen, und wir schrieben gleich eine Einladungsmail. Ich erhielt zwar viele Absagen, aber alle zeigten sich sehr erfreut über die Einladung. Sonntagfrüh gingen wir zusammen in die Messe und bereiteten dann alles gemeinsam vor. Schon das war einfach schön. Die Plakate mit den Informationen über die Hilfsprojekte hängten wir in der Diele gleich beim Eingang unseres Hauses auf. So konnten alle sie gut sehen und in Ruhe studieren. Zu Beginn des Essens sagte Rita ein paar Worte über Support, die Weihnachtsstände, über Syrien und das Lubaga-Hospital. Später sangen wir dann mit allen Adventslieder. Wir waren 21 Personen und es kamen 520 Euro zusammen.

Gisela, Freiburg

 Unsere Tochter hat sich für nächstes Jahr zur Firmung angemeldet. Ich begleite sie und ihre Gruppe als Firmhelferin. Zur Vorbereitung gehört dabei auch ein soziales Projekt. Die Gruppe beschloss, an einem Adventssonntag nach der Messe selbstgebackene Weihnachtsplätzchen und Punsch zu verkaufen. Die Ketten aus Uganda und die Plakate von Support bildeten den Rahmen dazu. An dem Sonntag war die Messe sehr gut besucht. Viele Leute blieben an unserem Stand stehen, informierten sich über uns und unser Projekt. Es wurde fast ein kleines Fest …

Julia, Besigheim

Benefizkonzert in Köln

Benefizkonzert in Köln

Herausgefordert durch den widerholten Aufruf des Papstes beschloss ich, einen Weihnachtsstand für Syrien in München zu machen. Er sollte über die Lage der Menschen dort und über die Hilfsprojekte informieren. Außerdem wollte ich Weihnachtskarten mit Motiven aus syrischen Klöstern und Kirchen verkaufen. Im Internet hatte ich Fotos von Mariendarstellungen aus Klöstern nördlich von Damaskus gefunden, deren Schönheit mich sehr beeindruckte. Auch einige Freunde beteiligten sich an der Aktion.

Unsere gemeinsame Arbeit hat mir noch deutlicher gemacht, was die „ursprüngliche Präsenz“ bedeutet, über die wir in den letzten Wochen so viel gesprochen haben. Die katastrophale Lage des syrischen Volkes und die Schönheit der bedrohten Kultur haben mir gewissermaßen meinen eigenen Herzschlag wieder zu Gehör gebracht. Ich bin sehr dankbar, dass ich dies im Horizont der Hoffnung leben konnte, die mir auch durch das vielfältige Beispiel der Freunde vor Augen gestellt wurde. Insgesamt eine Intensität des Lebens, die ich nicht mehr verlieren möchte.

Stefan, München

 Wenn ich anderen Menschen helfen will, passiert es mir oft, dass ich etwas tun möchte, aber dann doch an der Oberfläche bleibe. Support und AVSI haben aber von Anfang an darauf verwiesen, dass es zuallererst darum geht, die Würde der Menschen anzuerkennen, denen man helfen will. Wir sollen ihr Bedürfnis nach Glück, Liebe und Gerechtigkeit ernst nehmen, das nur durch die Begegnung mit Christus erfüllt werden kann. Das hat auch meine eigene Sehnsucht wieder geweckt und die Zeit, die ich an dem Stand verbracht habe, zu einer Zeit der Umkehr für mich werden lassen. Mein Blick auf mich selbst hat sich verändert, und auch der auf andere Menschen: die, die dort waren, und die, denen wir mit dem Verkauf der Ketten helfen wollten. Am Ende war ich wirklich froh.

Doro, Stuttgart

 Auf unserem Weihnachtsmarkt in Schlaitdorf konnte ich durch Fadenziehen, Dosenwerfen und den Verkauf von Armbändchen 830 Euro für die Klinik in Kampala sammeln. Ich bin selber völlig überrascht und dankbar für diese Erfahrung! Denn bei der Vorbereitung war ich manchmal sehr bestimmt von dem, was ich noch alles zu tun hatte. Ich musste immer wieder daran denken, was unsere Freunde aus Uganda berichtet hatten, um mich daran zu erinnern, warum ich das tue. Mich hat das Zitat von Adolf auf einem der Plakate sehr beeindruckt, in dem er erklärt, warum er wieder nach Afrika gegangen ist: „Ich habe verstanden, dass diese Bereitschaft Ausdruck eines großen Vertrauens in das Leben ist. Das Leben, das im tiefsten eine Verheißung ist, ein Weg, auf dem Unerwartetes und Schönes sichtbar wird … Leben ist der Einsatz von allen Talenten im Vertrauen auf einen Plan Gottes, der es gut mit uns meint.“

Sabine, Schlaitdorf

Die Leute auf dem Adventsmarkt waren überrascht, dass ich nicht selbst am Verkauf der Ketten verdiente. Sie zeigten sich sehr interessiert und staunten über das Material. Viele wussten auch die Arbeit der Frauen sehr zu schätzen. Eine Dame kaufte für über 100 Euro Ketten. Sie wollte auch meine Telefonnummer, damit sie bei Bedarf noch mehr holen könne. („Ich weiß, was das für eine Arbeit ist mit den Papierperlen.“) Schön war auch, dass eine Nachbarin – sie ist Brasilianerin – mir zwei Stunden beim Verkaufen geholfen hat.

Gaby, Ettenheim

von Maria Groos

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